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Entnazifizierung
Morsumer mit Hakenkreuz

Hamburg,

"Ich bin aus Idealismus in die Partei eingetreten und erhoffte von ihr die Lösung der Wirtschaftskrise in Deutschland, insbesondere die Sicherung des Bauernstandes und die Brechung der Macht des Kapitals." Andreas Lauritzen, Bauer in Morsum, 5.6.1947 Landesarchiv

Alle Fotos aus Morsum:

Hitlers Popularität ist in u.a. in den Versailler Verträgen begründet, die Deutschland nach dem 1. Weltkrieg territoral und finanziell stark einschränken. Inflation und Arbeitslosigkeit als Kriegsfolge werden von vielen Deutschen als nationale Schmach empfunden. Auf diese Stimmung setzen die Nationalsozialisten. Sie stellen dem eine Ideologie des Überlegenheitsgefühls entgegen. Der Glaube an den Nationalsozialismus und an den Führer als "Erlöser" sollen zur Ersatzreligion werden. Nachdenken ist nicht erwünscht. Die These von zu vielen Menschen in zu wenig Land ist eine Basis für den Zweiten Weltkrieg. Das damals zu durchschauen, war nicht einfach. Heute ist man eben schlauer. Wie hätten wir damals gehandelt?










































Annegret Schnoor (Foto), über die Emma Scholz schreibt, sie sei ihre Kükengruppenmutter gewesen, bevor sie mit 10 Jahren in die Jungmädelschaft durfte. Scholz, S. 154















Wahlkampf
Wahlkampf in Morsum o.J. Der Radfahrer rechts mit Hitlergruß.




Ergebnis der Reichstagswahl vom 5. März 1933 in Morsum auf Sylt
Die Reichstagswahl vom 5. März findet nur gut einen Monat nach der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler statt. Reichspräsident Paul von Hindenburg, Namensgeber für den Sylter Eisenbahndamm, ernennt ihn am 30. Januar 1933. Die
Reichstagswahl am 5. März ist die 8. und letzte halbwegs freie Wahl, zu der mehr als eine Partei antritt.

In Morsum wird im Gasthof Sylter Hof bis 16 Uhr gewählt. Die Sylter Zeitung berichtet über die Ergebnisse:

NSDAP 223 Stimmen
SPD 21 Stimmen
Kommunistische Partei 16 Stimmen
Deutsche Zentrumspartei 0 Stimmen
Kampffront Schwarz-Weiß-Rot 9 Stimmen
Deutsche Volkspartei 2 Stimmen
Christlich-Sozialer Volksdienst 2 Stimmen
Deutsche Staatspartei 1 Stimme
Deutsche Bauernpartei 0 Stimmen
Sozialistische Kampfgemeinschaft 0 Stimmen

Von den 274 in Morsum abgegebenen Stimmen haben sich somit 81,4 % für die NSDAP entschieden. Im gesamten Reichsgebiet erhält die NSDAP 43,9%.

Hier der NSDAP-Stimmenanteil der anderen Sylter Inselgemeinden:
Archsum 86,3% (73 abgegebene Stimmen)
Keitum 68,7%
Tinnum 59,2%
Westerland 47%
Wennigstedt 72,2%
Kampen 58,5%
List 75,1%
Rantum 45,4%
Insgesamt werden auf Sylt 3589 Stimmen abgegeben.

Bei den einen Sonntag später stattfindenden Kommunal- und Regionalwahlen werden auf der Liste der NSDAP zwei Sylter, der Schriftleiter Paul Meyer, Westerland, und Landmann Peter Matzen, Archsum, in den Kreistag des Kreises Südtondern gewählt. Für die SPD zieht der Westerländer Ökonom Andreas Nielsen in den Kreistag. Der Bürgermeister Arno Kapp, Westerland, gelangt auf der Liste Kampffront Schwarz-Weiß-Rot in das Regionalparlament.

Bei der Wahl zum Provinziallandtag stimmen 83,5% der Morsumer WählerInnen für die NSDAP.

Auf Gemeindeebene stehen am 12. März 1933 auf Sylt häufig keine Parteien zur Wahl, sondern Listen, die betonen sollen, dass in so kleinen Gemeinwesen jeder jeden kennt und die Persönlichkeit der Kandidaten wichtiger ist als seine Parteizugehörigkeit, wenn es denn eine gibt.

Hierzu schreibt die Sylter Zeitung: "Morsum, den 12. März. In den Gemeindewahlen haben wir eine Überraschung erlebt. Es ist im Grunde doch recht traurig um unser Deutschtum bestellt, wenn in solchen Gemeinden in denen man sich freute über eine Einheitsliste zu den Wahlen, nun zuletzt doch eine solche Uneinigkeit zutage kommt, die lieber wesensfremden Kommunisten ihre Stimme gibt, als altbekannten und bewährten Dorfbewohnern. Dank dieser Uneinigkeit ist in unserer Gemeindevertretung zum ersten Male ein Kommunist gewählt."

Das Wahlergebnis der Gemeindewahl in Morsum am 12. März 1933:
Wahlvorschlag "Lorentzen" 209 Stimmen = 8 Sitze
Kommunistische Partei 42 Stimmen = 1 Sitz

Gewählt wurden auf der Liste Lorentzen
Karl Lorentzen
Andreas Lauritzen
Thomas Petersen
Peter Bremer
Erasmus Matzen
Lorenz Jens Petersen
Detlef Schröder
Bernhard Thießen
Cornelius Hansen

Für die Kommunistische Partei Deutschlands:
Ernst Hinz

Der kurze Kommentar vom 12. März zum Wahlausgang in Morsum ist namentlich nicht gekennzeichnet. Autor könnte Andreas Lauritzen sein. Der Autor spricht von "unserer Gemeindevertretung", müsste also Morsumer sein. Andreas Lauritzen hat nach eigenen Angaben seit 1925 für die Sylter Zeitung Artikel verfasst.




Morsum unter dem Hakenkreuz
Morsum, ca. 1933/34. In der linken Reihe sitzen von vorn Peter Matzen, Heinje Thevagt, ?, Detlef Schmidt, Bäcker Ladend und Karl Fink, an der Stirnseite des Tisches Erich Cornehl. Die rechte Seite ist besetzt (vorn beginnend) mit Andreas Hansen, Otto Lorenzen, Andreas Lauritzen, Peter Matzen, Cornelius Hansen, Karl Kruse, Reichsarbeitsdienstführer Ohrt, Magge Petersen, Jenner Simonsen und Karl Fink. Scholz, S. 289

AndreasLauritzenBahnhof
Morsum, ca. 1933. Andreas Lauritzen (r.) begrüßt Parteigenossen auf dem Morsumer Bahnhof.


Als die Engländer 1945 die Insel Sylt besetzen, verbrennt Andreas Lauritzen hektisch seine NS-Uniformen und Unterlagen. Andere Sylter möglicherweise auch.


Die Amerikaner legen nach Kriegsende zunächst folgende Bestimmungen für die Entnazifizierung fest:
"Alle Mitglieder der Nazipartei, die nicht nur nominell in der Partei tätig waren, alle, die den Nazismus oder Militarismus aktiv unterstützt haben, und alle anderen Personen, die den alliierten Zielen feindlich gegenüberstehen, sollen entfernt und ausgeschlossen werden aus öffentlichen Ämtern und aus wichtigen Stellungen in halbamtlichen und privaten Unternehmungen... Als Personen, die nicht nur nominell in der Partei tätig waren und die den Nazismus oder Militarismus aktiv unterstützt haben, sind diejenigen zu behandeln, die (1) ein Amt innehatten oder anderweitig auf irgendeiner Stufe von der örtlichen bis zu den Reichsstellen der Partei und ihren Gliederungen aktiv gewesen sind oder in Organisationen, die militaristische Lehren unterstützen, (2) irgendwelche Naziverbrechen, rassische Verfolgungen oder Diskriminierungen veranlasst oder an ihnen teilgenommen haben, (3) sich als Anhänger des Nazismus oder rassischer und militaristischer Überzeugungen bekannt haben, oder (4) der Nazipartei oder Nazifunktionären oder Naziführern freiwillig beträchtliche moralische oder materielle Hilfe oder politische Unterstützung irgendwelcher Art geleistet haben."(Direktive an den Oberbefehlshaber der US-Besatzungstruppen in Deutschland(JCS 1067), April 1945). Taylor, S. 325f.

"Um die Schuldigen herauszufinden, solllte jeder Deutsche einen Fragebogen ausfüllen, in dem er eine Vielzahl von Fragen über sein Leben, seine politische Zugehörigkeit und Tätigkeit wahrheitsgemäß zu beantworten hatte." Taylor S. 326

"Es gab fünf Stufen: V. Entlastete, IV. Mitläufer, III. Minderbelastete, II. Belastete, I. Hauptschuldige." Taylor S. 333

In der britischen Besatzungszone, in der auch Sylt lag, ging man ähnlich vor wie in der amerikanischen. Allerdings mussten nur diejenigen einen Fragebogen ausfüllen, die "im öffentlichen Dienst und in Staatsunternehmen beschäftigt waren oder Beschäftigung suchten." (Taylor S. 379f.) "Als Ergebnis verloren rund 200 000 Nationalsozialisten entweder ihre Stellung oder wurden nicht eingestellt." (Taylor, S. 389) "Zahllose glühende Nationalsozialisten begriffen, dass sie am wenigsten auffielen, wenn sie irgendwo als Büroangestellte arbeiteten und abwarteten, bis sich die Aufregung legte." Taylor, S. 388


Der Morsumer Lehrer Karl Kruse (*25.5.1890 +26.3.1966) wird im September 1945 von den englischen Besatzungstruppen verhaftet und ein Dreivierteljahr in Neuengamme/Hamburg interniert, einem ehemaligen KZ. Scholz, S. 280 ff Die Internierung ist neben Verdachtsmomenten wohl auch seiner Funktion im Öffentlichen Dienst zuzuschreiben, denn in der britischen Besatzungszone mussten nur diejenigen einen Fragebogen ausfüllen, die "im öffentlichen Dienst und in Staatsunternehmen beschäftigt waren oder Beschäftigung suchten." Taylor S. 379 f.

"Die Internierungslager, in denen viele von ihnen bis zur Bearbeitung ihrer Fälle einsaßen, waren wahrhaft grauenhafte Orte. Sie waren häufig überfüllt und unhygienisch, und die Verpflegungsrationen der Insassen sank auf 900 Kalorien am Tag." Taylor, S. 381

Karl Kruse kann nach seiner Entnazifizierung die Arbeit als Lehrer und Schulleiter der Morsumer Volksschule wieder aufnehmen. Scholz, S. 280 ff

Der Landwirt Andreas Lauritzen tritt am 1.3.1933 in die NSDAP ein (NSDAP-Gaukarte), ein Monat nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler und wenige Tage vor der letzten Reichstagswahl mit großen Stimmengewinnen der Nationalsozialisten. Als Motiv nennt er in einer Einlassung an den Deutschen Entnazifizierungsausschuss in Niebüll: "Ich bin aus Idealismus in die Partei eingetreten und erhoffte von ihr die Lösung der Wirtschaftskrise in Deutschland, insbesondere die Sicherung des Bauernstandes und die Brechung der Macht des Kapitals."(Alle Zitate Landesarchiv, wenn nicht anders angegeben) In der Partei bekleidet er bis 1934 auch die Funktion des örtlichen Propagandaleiters. Nach Lauritzens Darstellung führt er diese Funktion nur dem Namen nach aus. Er habe mehrfach an den Ortsgruppenleiter den Antrag auf Entbindung von dem Amt gestellt.Er sei nie in irgendeiner Weise als Propagandaleiter in Erscheinung getreten. Als höchste Position in der NSDAP gibt er die Position des Amtsleiters an.

Als Ortsbauernführer ist Andreas Lauritzen seit 1933 tätig, seit 1940 als Bezirksbauernführer und seit 1943 auch als Kreisbeauftragter für Berufserziehung Nachwuchsgewinnung in der Kreisbauernschaft Südtondern, wo er zusammen mit der Landwirtschaftsschule und der Mädchenabteilung in den Bezirksbauernschaften die Werbung für die männlichen und weiblichen landwirtschaftlichen Berufe durchgeführt, auch auf Bauernabenden. Alles erfolgte lt. Andreas Lauritzen im Auftrag der Kreisbauernschaft. Ziel war die "Ernährungssicherung".

Außerdem ist Andreas Lauritzen nach Aktenlage des Entnazifizierungsausschussses von Mai 1933 bis 1935 Mitglied in der SA. Im Reichsbund Deutscher Beamter ist er Mitglied von 1938 - 1945, im Reichsluftschutzbund 1942 - 1945. Auch im Volksbund für das Deutschtum im Ausland (VDA) besteht eine Mitgliedschaft bis 1945.

Von 1935 bis 1945 ist Andreas Lauritzen einfaches Mitglied im NSV (Nationalsozialistische Volkswohlfahrt). "Zwar gelang der NSV trotz des Verbotes der Arbeiterwohlfahrt nicht die Monopolisierung der gesamten freien Wohlfahrt, jedoch wurden ursprünglich führende Verbände wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK), die evangelische Diakonie oder die katholischeCaritas zurückgedrängt. Die Struktur der NSV glich dem Aufbau der NSDAP mit Orts-, Kreis- und Gruppenverwaltungen." Wikipedia 2015

Von 1938 bis 1945 ist Andreas Lauritzen auch einfaches Mitglied im Reichsbund Deutsche Familie sowie von 1934 bis 1937 im NS-Reichsbund für Leibesübungen.
Seit dem 20.3.1944 bis zur Kapitulation beschäftigt Andreas Lauritzen auf seinem Hof einen russischen Zivilarbeiter. "Beschwerden über die Behandlung sind nicht gewesen. Im Gegenteil, sie haben sich bei mir sehr wohl gefühlt." Landesarchiv

Vor 1933 ist Andreas Lauritzen Mitglied der Deutschen Volkspartei, einer nationalliberalen Partei der Weimarer Republik. Ihr gehört auch der Außenminister Gustav Stresemann an. Landesarchiv, Wikipedia 2015

1. Entnazifizierungsentscheidung
Das German Denazification Panel in Niebüll kategorisiert Andreas Lauritzen daraufhin ohne persönliche Befragung am 30.7.1947 in die Stufe III, Minderbelastete. Damit ist der "Ausschluss von allen öffentlichen und privaten Stellungen leitenden oder aufsichtsführenden Charakters oder von einer Tätigkeit , welche die Anstellung von Personal in einem öffentlichen oder Geschäftsunternehmen mit sich bringt", verbunden. "Eine Entfernung aus seiner Stellung als Landwirt auf Grund der bestehenden Bestimmungen nicht möglich."

In einem Schreiben vom 10. August 1947 an den Entnazifizierungsausschuss in Niebüll wird Andreas Lauritzen von einer Tinnumerin vorgeworfen, er habe sich in seiner Eigenschaft als Bezirksbauernführer gegen eine Befreiung ihres Ehemanns, eines Bauern, vom Wehrdienst ausgesprochen. Andere Bauern habe er dagegen vor der Einberufung bewahrt. Sie führt das darauf zurück, dass ihr Mann nicht in die Partei eingetreten ist und gegen den Nationalsozialismus eingestellt war. Lauritzen selbst sei wegen seiner Funktion als Kreisbauernführer nicht eingezogen worden. Weiter wird behauptet, Lauritzen wolle mit Gesinnungsgenossen eine Deckstation mit Hengsten einrichten, die die Tinnumerin finanziell sehr schädigen würde. Sie betreibt bisher die einzige Deckstation der Insel. Ihr Vorwurf: Lauritzen will sein Geld vor einer Währungsreform "schnell noch in wertvollen Zuchttieren anlegen". Landesarchiv

2. Entnazifizierungsentscheidung
Am 20.12.1947 bestätigt der Entnazifizierungsausschuss seine Einstufung in die Stufe III. "Seinen (Lauritzens) Angaben, daß er sich als Propagandaleiter nicht betätigt hat, kann nicht geglaubt werden. Seine Presseberichte für die "Sylter Nachrichten" können nicht mehr nachgeprüft werden, aber es ist anzunehmen, daß sie nazistisch gefärbt waren"..."Der Prüfungsausschuß legt Wert darauf, daß dem L. eine Hengsthaltung nicht gestattet wird". Der Vorwurf, Andreas Lauritzen habe " seinen Landbesitz in Morsum bei der Landumlegung 1936 - 1938 erheblich verbessert", wird auf der Basis von 2 Zeugenausagen nicht bestätigt und als "üble Nachrede" zurückgewiesen. Landesarchiv.

3. Entnazifizierungsentscheidung
Gegen die Entscheidung des Entnazifizierungsausschusses, von der Andreas Lauritzen durch Dritte schon im Oktober 1947 hört , erhebt er unverzüglich Einspruch, da er "politisch nicht tätig gewesen" sei. Die Entscheidung vom 20.8.1948 stuft ihn in die günstigere Kategorie IV ein. Er muss die Kosten des Verfahrens in Höhe von 500 Mark sowie einen Beitrag von 500 Mark zugunsten des Wiederaufbaufonds leisten. Begründung:"Zugehörigkeit zur NSDAP von 1933, zur SA von 1933 - 35, insbesondere aber seine Betätigung als Propagandaleiter beweisen, dass er sich inhaltlich hinter die Ziele der NSDAP stellte. Auch als Bezirksbauernführer u. Kreisbeauftragter für die Berufserziehung hat L. der Partei positiven Beistand geleistet. Unter Anlegung eines milderen Maßstabes musste zumindest als Mitläufer erkannt werden." Landesarchiv

4. Entnazifizierungsentscheidung
Am 16. Mai 1949 entscheidet der Entnazifizierungs-Hauptausschuss in Niebüll in öfffentlicher Sitzung, dass Andreas Lauritzen, Morsum, in die Kategorie V (Entlastete) umgruppiert wird. Er hat nunmehr lediglich noch 50 DM Verfahrenskosten und 50 DM Beitrag zum Wiederaufbaufonds zu zahlen.

Der Betroffene erklärt zuvor: Als Propagandaamtsleiter habe ich kein Wort auf den Versammlungen gesprochen. Schon seit 1925 habe ich für die "Sylter Nachrichen" geschrieben. Es kann mir niemand nachsagen, dass ich nicht in jeder Sache tolerant war."
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Der Entnazifizierungsausschuss begründet seine Entscheidung wie folgt: "Als Propagandaleiter sei er überhaupt niemals hervorgetreten, an Versammlungen habe er kein Wort gesprochen. Auch sonst habe er sich in keiner Weise für die Ziele des Nationalsozialismus aktiv eingesetzt. Die Funktion des Bezirksbauernführers und des Kreisamtsleiters für die Berufserziehung habe er lediglich während des Krieges einige Zeit übernehmen müssen, weil die mit dieser Aufgabe Betrauten zur Wehrmacht einberufen wurden." Die folgende juristische Bewertung lautet wie folgt:"Der Ausschuss kam zu der Überzeugung, dass die von dem Betroffenen vorgebrachten Argumente keine hinreichende Entlastung im Sinne des §6 des Gesetzes vom 10.2.48 darstellen, und stufte den Betroffenen gemäß §5 des Gesetzes vom 10.2.48 in die Kategorie IV ein. Da Sanktionen im Sinne des §12 vorliegen, wurde seine Umstufung in die Kat. V nach Rechtskraft dieser Entscheidung beschlossen." Damit ist Andreas Lauritzens Weste wieder weiß.

In den 1960er Jahren arbeitet er als Führungskraft in der Meiereigenossenschaft Tinnum und ist letzter ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Morsum. Auch als ehrenamtlicher Richter am Landessozialgericht in Schleswig ist er tätig.




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Quellen:
Emma Scholz, Blick auf 100 Jahre Morsum, Band 2, Hamburg 1999

Frederick Taylor, Zwischen Krieg und Frieden, Berlin 2011

Bundesarchiv Berlin

Landesarchiv Schleswig-Holstein Abt. 460.17 Nr. 78. Im Text zitiert als Landesarchiv.


Sylter Zeitung, 6.März 1933, S 2


Sylter Zeitung , 13. März 1933, S. 3


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